Robinie konstruktiv schützen?
Robinienholz ist eines der beliebtesten Hölzer für den Spielplatzbau. Nicht nur für Beläge und Verkleidungen, sondern auch für Standpfosten und Konstruktionselemente.
Was macht Robinienholz so besonders?
Die Robinie ist die einzige in Europa kultivierte Holzart, die in der Resistenzklasse 1–2 nach DIN EN 350-2 eingestuft ist – das bedeutet: dauerhaft bis sehr dauerhaft, auch im direkten Erdkontakt. Ihr Kernholz besitzt eine natürliche Resistenz gegen holzzerstörende Pilze und Insekten, die kein anderes heimisches Holz erreicht. Selbst die Eiche bleibt dahinter zurück.
Für den Spielplatzbau wird ausschließlich das Kernholz verwendet – der weniger widerstandsfähige Splint wird vollständig entfernt. Was bleibt, ist ein Material, das ohne jede chemische Behandlung oder Imprägnierung verbaut werden kann und dabei mindestens 20 Jahre im Boden standhalten kann.
Robinie im Erdkontakt – was die Norm sagt
Konstruktiver Holzschutz – also das Vermeiden von Erdkontakt durch Aufständerung oder Pfostenschuhe – ist ein sinnvolles Prinzip für viele Holzarten. Bei der Robinie stellt sich allerdings die Frage, ob dieser Grundsatz hier überhaupt greift.
Die DIN EN 1176, die Norm für Spielplatzgeräte, setzt voraus, dass Holz im Erdkontakt ausreichend widerstandsfähig ist. Robinienholz erfüllt diese Anforderung von Natur aus – das ist der Grund, warum es für diesen Einsatz überhaupt erst gewählt wird.
Pfostenschuhe: Was sie leisten – und was sie nicht leisten
Pfostenschuhe aus Metall sind ein bewährtes Mittel im Holzbau. Bei vielen Materialien schützen sie den Pfosten vor Feuchtigkeit und verlängern so die Standzeit erheblich. Bei Robinienholz ist der Zusammenhang weniger eindeutig.
Ein paar Punkte, die bei der Planung bedacht werden sollten:
Die Statik verändert sich
Besonders bei dynamisch belasteten Geräten und frei stehenden Pfosten ist die Aufständerung statisch ungünstiger als der direkte Erdeinbau.
Montage und Wartung werden komplexer
Pfostenschuhe mit seitlichen Schwertern können konstruktiven Elementen wie Unterzügen im Weg sein und erfordern mehr Verschraubungen – was langfristig auch mehr Kontrollpunkte bei der Wartung bedeutet.
Aufwand bei kurzen Pfosten
Bei Pfosten unter 500 mm – etwa Balancierpoller – ist eine Aufständerung technisch nicht gut möglich. In der Regel bieten wir die Aufständerung von Balancierpollern nicht an.
Beim Austausch hilft der Pfostenschuh selten weiter
Da Robinienpfosten natürlich gewachsen und in ihrer Form einmalig sind, passt ein neuer Pfosten in aller Regel nicht in den alten Pfostenschuh. Im Austauschfall muss meist das gesamte Fundament neu gesetzt werden.
Die Haltbarkeit wird vor allem durch die Holzqualität bestimmt
Wenn ein Robinienpfosten nach Jahren aufgegeben werden muss, liegt das fast immer an innerer Fäule – nicht an Verwitterung von außen.
Ökologische Aspekte
Wer Robinie wählt, entscheidet sich bewusst für ein naturbelassenes, chemiefreies Material. Jede zusätzliche Metallverbindung, die nicht notwendig ist, widerspricht diesem Gedanken
Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
Spielgeräte werden in der Praxis alle 10 bis 20 Jahre erneuert – sei es durch Verschleiß, veränderte Sicherheitsanforderungen oder neue gestalterische Ansprüche. Die Verankerung eines Geräts muss also nicht auf ewig bestehen, sondern verlässlich über die Nutzungsdauer.
Bei Robinienholz spricht das Material selbst für den direkten Erdeinbau. Wer diese Eigenschaft nutzt, kann das eingesparte Budget in mehr Spielwert, zusätzliche Geräte oder eine durchdachtere Gesamtgestaltung des Spielplatzes investieren – und gleichzeitig auf unnötige Materialien und Metallverbindungen verzichten.
Bei Fragen oder Anregungen in Bezug auf dieses Thema, gehen wir gerne mit Ihnen ins Gespräch.
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